R5 in Westerhever - Juni 2010
„Hunde sind an der Leine zu führen!“ – Gilt das auch für Seehunde?
Diese Frage kann man sich stellen, als wir mit unseren Handwagen und anderem schweren Gepäck die Deichkrone (für Flachländer: so etwas wie ein Gipfel) erklimmen. Unsere Blicke fallen auf ein Motiv, das fast jeder Deutsche kennt, wenn auch meistens aus einer Bier-Werbung im Fernsehen. Da liegt er nun vor uns, der Leuchtturm von Westerhever mit den beiden niedlichen Häuschen links und rechts davon.
Wir – das sind die R 5, Frau Hinz und Herr Philippsen.
Eine Art Mini-Klassenfahrt hat begonnen. Zum Glück bei wirklich tollem Wetter! Wir kommen am Donnerstag an und verabschieden uns leider schon wieder am Freitag. Es geht zunächst natürlich um das Watt – da gibt es eine Menge zu erkunden, zu erforschen und zu lernen. Vieles kennen wir schon aus dem Unterricht, aber es ist schon etwas anderes, wenn man vor Ort in den Prielen interessante Lebewesen sucht und sie sogar findet. Nicht nur der Wattwurm, sondern verschiedene Arten von Muscheln, sogar kleine Krebse und Garnelen landen in unseren Sieben. „Simon“, ein freundlicher junger Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer, begleitet uns und klärt uns über das Leben im Wattenmeer auf. Am Nachmittag geht es ins Labor und wir untersuchen und bestimmen unsere Funde. Auch am Abend geht es noch einmal auf eine Wanderung ins Watt – puh, ist das Wasser kalt, aber man gewöhnt sich schnell daran. Der Leuchtturm ist schon in Betrieb, es dämmert, höchste Zeit für den Heimweg. Die Füße müssen gewaschen werden, das ist ja wie zu Hause!
Und ansonsten? Die Verpflegung haben wir mitgebracht, es gibt mittags Spaghetti mit Hackfleischsoße. Nicht übel, aber Herr Philippsen nimmt wohl gern zu viel Pfeffer, das müssen wir ihm noch abgewöhnen. Abends wird gegrillt, einige spielen Fußball und versuchen dabei, den Karnickellöchern auszuweichen. Die Nacht ist kurz, es ist ja immer aufregend, mit der Klasse gemeinsam zu übernachten. Leider müssen wir schon bald nach dem Frühstück wieder unsere Sachen packen, aufräumen, saubermachen. Wo ist der Staubsauger? Auch das gehört wohl dazu.
Ständig kommen neue Touristen, sogar zwei Hochzeitsgesellschaften. Man kann sich nämlich im Leuchtturm von Westerhever trauen lassen (wenn man sich traut). Unser Interesse an Hochzeiten hält sich aber noch in Grenzen.
Da kommen schon unsere Nachfolger, die nächsten Gäste. Scheinen wohl Studenten zu sein. Eigentlich schade, jetzt geht es wieder nach Hause. Unsere Kolonne zieht wieder los. Noch ein letzter Blick auf den Leuchtturm! Tschüs, Westerhever!
Anm. d. Red.: Fotos wurden leider noch nicht eingereicht