RGH Lunden mit Außenstelle Lehe

Klassenfahrt der Klassen 3a und 3b nach Glücksburg vom 23. – 27.2.09

Montag

Teuflisch gute Stimmung lag in der Luft, als sich die beiden Klassen 3a und 3b Montagmorgen am Lundener Bahnhof einfanden. 34 Mädchen und Jungen, Eltern mit teils traurigen und teils skeptischen Blicken, Gepäckstücke wie für eine 6-monatige Überseereise und das gut eingespielte Pädagogenteam Kröger / Dahlke füllten zusätzlich die gepflasterte Fläche des Bahnhofsvorplatzes. Der Zug in Richtung Husum erschien mit gewohnter Pünktlichkeit und 34 kleine sowie drei große Menschen brachen zur Klassenfahrt nach Glücksburg auf. Zwei furchtlose Mütter standen uns heldenhaft zur Seite, Frau Jakobs begleitete uns von Anfang an, Frau Claussen erwartete uns bereits mit eigenem Auto vor Ort.

Die Bahnfahrt verlief relativ reibungslos, lediglich der Umstieg in Husum mit einem Zeitfenster von sieben Minuten, zwei Treppen und einer Unterführung, brachte schon mal Puls und Blutdruck der drei großen Menschen in schwindelnde Höhen. Glücklicherweise wurden wir in Flensburg mit dem Bus abgeholt und erreichten entspannt unser Schullandheim.

Auf die Hauserkundung und den Einzug in die Zimmer folgte alsbald das Mittagessen, danach für die Kinder eine Hausrallye und für uns, anstelle des verdienten „Pädagogenkomas“, eine Lehrerbesprechung mit allen anwesenden Betreuern und der Hausleitung. Unsere Schutzbefohlenen zeigten sich weitgehend zufrieden mit der Zimmerbelegung und zur besseren Identifikation gestalteten die Bewohner jedes Zimmers ein eigenes Plakat für ihre Eingangstür.

Ein etwa zweistündiger Spaziergang via Strandpromenade zum Wildschweingehege rundete den Nachmittag ab. Angesichts der für einige Schüler ungewohnten Bewegung an frischer Luft, erreichten wir erst kurz vor dem Abendessen wieder das Schullandheim.

Die Abendgestaltung bestimmte das Datum, es war nämlich Rosenmontag. Dank der hervorragenden Ausstattung unserer Gastgeber konnten sich alle Kinder verkleiden und genossen im „Kaminzimmer“ bei Discomusik, Lichtorgel und „Cocktails“ den närrischen Abend. Gegen 21 Uhr begann, unterstützt von der obligatorischen „Gute-Nacht-Geschichte“ Frau Krögers, die allgemeine Entschlummerung – jedenfalls bei fast allen Kindern…..

 

 

Dienstag

Gegen 7:30 Uhr geweckt von zentral gesteuerter Musik, gewaschen und gekämmt, bimmelte um Punkt acht Uhr die „Frühstücksglocke“ durch die Gänge und 124 hungrige Mägen bewegten sich in Richtung Frühstücksraum. Fünf Klassen aus verschiedenen Teilen des Bundeslandes logierten in dieser Woche im ADS-Waldschulheim Glücksburg und alle hatten ein ähnliches Programm zu absolvieren.

Die Lundener Infanterie marschierte heute Vormittag bei strahlendem Wetter zum sehr sehenswerten Wasserschloss Glücksburg und genoss dort eine Führung. Sehr anschaulich und altersgerecht wurde das Leben der Schlossbewohner vermittelt, die Schüler durften sich für’s „Foto-Shooting“ verkleiden und abschließend den Folterkeller besichtigen.

Nachmittags folgten noch weitere drei Stunden Fußmarsch entlang der Steilküste der Halbinsel Holnis, dem nördlichsten Punkt Deutschlands und etwa 10 km nordöstlich von Glücksburg gelegen. Der Hinweg mit dem Bus in zehn Minuten täuschte leider über die Länge des Rückweges per pedes hinweg. Dennoch waren alle Beteiligten schon aufgrund des erträglichen Wetters guter Dinge und alle genossen den Ausflug.

Nach dem Abendbrot und den üblichen Ritualen verlief der Abend deutlich ruhiger als der vorangegangene, ob 4,5 Stunden Fußweg wohl ihre Spuren hinterlassen hatten??

Mittwoch

Am Aschermittwoch war noch lange nicht alles vorbei. Wecken, gefolgt von der üblichen Zimmerreinigung mit anschließender Begutachtung durch unsere „Zimmerfee“ Frau Kröger, Frühstück – heute wurde der Essenssaal von unseren Kindern eingedeckt – und schon wartete unser „Flensburg-Shuttle“ an der örtlichen Bushaltestelle. Das trübe Wetter lud ohnehin nicht zu Outdoor-Aktivitäten ein und so besuchten wir wie geplant zunächst das Flensburger Schifffahrtsmuseum, genossen die lehrreiche Führung und stürzten uns anschließend in das sprudelnde Leben der Flensburger Shoppingmeile. Die Schüler durften eine Stunde lang in Kleingruppen durch die Geschäfte tingeln und fanden sich verlustfrei am verabredeten Treffpunkt wieder ein. Gekauft wurden überwiegend Geschenke und Mitbringsel für die Verwandten in der fernen Heimat.

Abgerundet wurde der Nachmittag mit einem ausgiebigen Besuch der Phänomenta, einer naturwissenschaftlichen Ausstellung mit vielen optischen, akustischen und mechanischen Versuchen. Das Interesse der Kinder war so groß, dass die knapp vier Stunden wie im Flug vergingen. Der Abend klang mit Tagebuch schreiben, Gesellschaftsspielen und T-Shirts bemalen aus.

Donnerstag

Der Vormittag stand den Kindern nach den gewohnten Morgenritualen zur freien Verfügung. Sie spielten Fußball und anderes, malten und „chillten“ – einfach ausruhen von den Ausflügen der vergangenen Tage. Das Schullandheim verfügt über eine umfangreiche Spielesammlung für drinnen und draußen, welche kostenlos in Anspruch genommen werden kann. Nach dem Mittagessen steuerten wir auf einem kurzen Fußweg das letzte Highlight unserer Fahrt an, das örtliche Mini-Planetarium. 90 Minuten Vortrag im Dunklen können schon ihre Längen haben und so nutzten einige kleine und große Menschen die Gelegenheit, um noch etwas Schlafdefizit auszugleichen.

Am letzten Abend unternahmen wir eine abschließende Nachtwanderung zum westlichen Naturstrand, bevor die Nachtruhe wegen des frühen Aufstehens am kommenden Abreisetag um eine Stunde vorverlegt wurde.

Freitag

Der Morgen begann ungewohnt hektisch: 6:30 Uhr Wecken, Morgentoilette, Koffer packen, Zimmer aufräumen, Gepäck nach draußen schleppen und dann wie gewohnt um acht Uhr frühstücken. Da wir, wie auch in den letzten beiden Tagen, Auf- und Abdecken mussten, waren 20 Minuten frühere Anwesenheit im Essensraum angesagt. Nach dem Frühstück verblieben noch knapp zwei Stunden Zeit, welche zu einem Abschiedsspaziergang zum Fördestrand und etwas Freibeschäftigung genutzt wurden. Bald darauf saßen wir auch schon im stählernen Vehikel der Deutschen Bahn und tuckerten in Richtung unseres ersten Umsteigebahnhofes Jübeck. Neidvoll hatten wir zuvor noch Frau Claussen verabschiedet, welche mit ihrem Auto und Teilen unseres Gruppengepäcks vom Hof des Schullandheims gerollt war.

Der bevorstehende Albtraum auf dem Bahnhof Husum lag uns Betreuern bereits seit dem Frühstück im Magen („Werden wir’s auch diesmal wieder rechtzeitig schaffen?“). Doch dank der Kompetenz der NOB-Mitarbeiter und der Hilfe einer Kompanie Bundeswehrsoldaten wurde auch die letzte Hürde problemlos genommen; ca. eine Tonne Überseegepäck wechselte den Bahnsteig und pünktlich um 12:44 Uhr rollten wir mit dem Westküstenexpress in der Heimat ein. Wartende glückliche Eltern luden ihre Kinder mit Lichtgeschwindigkeit in ihre Autos und nach (gefühlten) drei Minuten lag der Bahnhofsvorplatz wieder verlassen da.

Resümee:

  • Die Kinder hatten Spaß und nur das zählt!
  • Frau Jakobs und Frau Claussen waren toll und eine super Unterstützung, vielen Dank für alles!
  • Mit diesen Klassen fahren wir jederzeit wieder.
  • Lieber Bus als Bahn, oder mit Sammeltransport des Gepäcks - wir sehen es ja ein….

 

 

(Die einzelnen Fotos können  per Mausklick vergrößert werden,
Diashow mit Steuerelement rechts unten
am Bildrand starten)