RGH Lunden mit Außenstelle Lehe

Pädagogisches Konzept & Ziele der OGS

Die Schule Lunden und der zuständige Schulträger sind überein gekommen, die RGH Lunden mit Außenstelle Lehe auf der Grundlage der Schulkonferenzbeschlusslage und der Umfrageergebnisse zum Elternfragebogen zu einer Offenen Ganztagssschule zu entwickeln. Der Gedanke, die Betreuungszeit für die Kinder und Jugendlichen an unserer Schule auszubauen und mit Inhalt zu füllen, ist schon vor vielen Jahren in Konferenzen und Gesprächen entstanden. Nach intensiver Diskussion und mit Unterstützung des Schulträgers sollte jetzt der Bedarf ermittelt werden. Fest steht, dass Eltern für 81 Kinder Interesse an der Offenen Ganztagsschule angemeldet haben. Der Bedarf ist also vorhanden! Berücksichtigt wurden außer den Eltern der gegenwärtigen Schülerinnen und Schülern auch die Eltern von Kindern aus den Kindertagesstätten. Selbstverständlich werden die Außenstelle Lehe (nur Grundschule) und die Förderschule Lunden als Außenstelle des Förderzentrums Heide mit berücksichtigt.

Die Teilnahme an der Offenen Ganztagsschule ist freiwillig, aber durch die schriftliche Anmeldung für die Dauer eines Schuljahres verbindlich.

Die Offene Ganztagsschule führt Bildung, Erziehung und Betreuung von Schülerinnen und Schülern unter dem Dach der Schule zusammen. Sie setzt die Chance um, durch das gemeinsame Vorgehen aller hieran Beteiligten – auch außerhalb der Schule  -  eine veränderte Lern-, Lehr- und Freizeitkultur zu entwickeln und erfolreich umzusetzen. Es gilt also auch, die Qualität von Schule zu verbessern. Das Gesamtkonzept muss den Bedürfnissen der Eltern entsprechen und so ausgelegt sein, dass die individuelle Planung der Eltern mit der Organisation der Schule und des Schulträgers in Einklang gebracht wird. Bildung, Erziehung und Betreuung in einer kindgerecht ausgerichteten und familienfreundlich ausgelegten Schule vor Ort schaffen für die Schüler/-innen eine neue Schul-, Lern- und Freizeitkultur und für Eltern einen gewünschten Ausbau ihrer individuellen Gestaltungsräume bzw. der Möglichkeit, beruflich tätig zu werden und die eigenen Kinder in dieser Zeit in einer ihnen bekannten Gemeinschaft gut aufgehoben und beschäftigt zu wissen. Gemeinschaftsgefühl und Identifikation mit der eigenen Schule werden auf diese Weise gestärkt.

 

So sind als die wesentlichen Ziele der Offenen Ganztagsschule aufzuführen:

  • Entwicklung eines veränderten Verständnisses von Schule
  • Öffnung der Schule nach außen und für (bisher) außerschulische Personen/-gruppen
  • Reaktion auf geänderte gesellschaftliche Strukturen und das wachsende Bedürfnis nach umfangreicherer Betreuung (zeitlich und inhaltlich)
  • Ausbau des schulischen Förder- und Präventionskonzeptes („Mehr als nur lernen“)
  • Schaffung einer  veränderten Lehr- und Lernkultur zur besseren Förderung der Schüler/-innen (sowohl indivdualisierendes als auch gemeinschaftliches Lernen)
  • Stärkung der Identifikation mit der eigenen Schule
  • Verbesserung der Chancen benachteiligter Schüler/-innen
  • Stärkung des Sozialverhaltens der Schüler/-innen (Selbst- und Sozialkompetenz) / Erlernen von und Umgehen mit Konfliktlösungsstrategien / Gewalt- und Suchtprävention
  • Empathieverhalten einüben und praktizieren
  • Kommunikation und Kooperation stärken
  • Stärkung der Selbständigkeit und Eigenverantwortung der Schüler/-innen
  • Stärkung der Familie
  • Stärkung der Schule als kultureller Mittelpunkt im Amtsbereich, wo u. a. auch Aktivitäten und außerschulische Kooperationspartner zusammenkommen
  • Lernen und außerunterrichtliche Angebote an außerschulischen Lernorten ausweiten
  • Sicherstellung einer umfassenden und auch auf Qualität ausgerichteten Betreuung zur besseren Vereinbarkeit von Beruf, persönlichen Freiräumen und Familie seitens der Eltern

Die Offene Ganztagsschule ermöglicht mehr Freiräume und Zeit für Bildung und Erziehung,individuelle Förderung, sinnvolle und an den eigenen Interessen und Fähigkeiten orientierte Spiel-, Sport- und Freizeitgestaltung sowie eine daran angepasste Rhythmisierung des Schultags.

Sie bietet Schülerinnen und Schülern Hilfen zur Förderung der Selbständigkeit und Eigenverantwortung und unterstützt Eltern in der Erziehungsarbeit. Sie sorgt für ein umfangreiches Freizeit-, Bildungs- und Erziehungsangebot, das sich am Bedarf der Eltern und Kinder orientiert, aber auch die Grenzen der Einrichtung und ihrer Kooperationspartner akzeptieren muss. Von Bedeutung ist ebenso die Tatsache, dass hierzu auch insbesondere Förder-, Betreuungs- und Freizeitangebote für Kinder aus bildungs- und sozialbenachteiligten Familien gehören. So erreicht Schule mehr Bildungsqualität und Chancengleicheit durch die Vernetzung von Bildung, Erziehung und Betreuung.

Die Offene Ganztagsschule Lunden bietet ihre Angebote zusätzlich zum planmäßigen Unterricht, also außerhalb der regulären Unterrichtszeit der an ihr teilnehmenden Schüler/-innen an. Bei der Auswertung der Elternfragebögen (Bedarfserhebung) wurde sehr deutlich, dass die Eltern Wert legen auf eine qualifizierte Hausaufgabenbetreuung, auf ein ausgewogenes Mittagessen, auf kostenlosen Bustransport und vielfältige Angebote. Zeiten der Ruhe und der körperlichen Aktivitäten stehen neben Phasen des Lernens, des Nacharbeitens und des Förderns ebenso wie neben Angeboten zur Unterstützung der Kreativität und der Phantasie. Somit kommen die Angebote aus allen Bereichen des täglichen Lebens.

Kernpunkte dieser Offenen Ganztagsschule in Lunden sind weiterhin die nachfolgenden konzeptionellen Überlegungen:

  • Das Angebot der Hausaufgabenhilfe entlastet die Familie.
  • Für bildungsbenachteiligte Familien / Bevölkerungsgruppen wird die Chancengleiheit erhöht.
  • Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird unterstützt, Berufstätigkeit allein erziehender Elternteile ermöglicht.
  • Verbindliche Betreuung schafft Vertrauen, Verlässlichkeit und eine Atmosphäre der Zufriedenheit bei Eltern und Schülern und in der Folge auch bei den Lehrern.
  • Für die sinnvolle Freizeitgestaltung erhalten Schüler/-innen und Eltern vielfältige Anregungen.
  • Vielseitige Bewegungsangebote  -  auch in altersheterogenen Gruppen  -  fördern die körperliche und geistige Gesundheit.
  • Die Selbst- und Sozialkompetenz der Schüler/-innen einschließlich der Akzeptanz und Umsetzung gesellschaftlicher Umgangsformen soll gestärkt werden.

Diese Ziele lassen sich nur dann verwirklichen, wenn ausreichend Personal zur Verfügung steht. Aus diesem Grund ist neben den Anstrengungen des Schulträgers (Personal auswählen und einstellen) und der Lehrerschaft eine Vernetzung mit schulischen und außerschulischen Kooperationspartnern nötig  -  auch um ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges Angebot zu schaffen. Neben den Eigenbeiträgen der Eltern und möglichen Fördermittel des Landes und des Bundes ist der Schulträger gefordert, die entsprechenden Mittel in Form von Personal, Raum und Geld zur Verfügung zu stellen. Alle an Schule Beteiligten sind zudem aufgefordert, die Vielfalt der Angebote dadurch zu erweitern, dass ehrenamtliche Helfer/-innen gefunden werden (auch  „Schulpatenschaften“).

Auch zur sozialen Erziehung leistet die Offene Ganztagschule einen erheblichen Beitrag. Die Kinder und Jugendlichen lernen (oder werden daran erinnert), in heterogenen Gruppen miteinander umzugehen, sich gegenseitig zu helfen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Beim gemeinsamen Erledigen von Hausaufgaben, bei Freizeitaktivitäten in der Gruppe, beim Spiel oder beim Mittagessen werden sie an fest vereinbarte Regeln herangeführt und deren konsequente Einhaltung geübt. Hierfür muss ausreichend Raum zur Verfügung stehen. Von großer Bedeutung ist, dass z. T. (drei) eigene Räume für die Betreuung vorhanden sein. Das Angebot von Schule und Schulträger muss so attraktiv sein, dass es gerne und freiwillig von den Schülerinnen und Schülern genutzt wird. Ebenso notwendig ist es aber auch, ihnen zu der Erkenntnis zu verhelfen, dass allen Beteiligten für die vielfältigen Anstrengungen Respekt, Anerkennung und Dankbarkeit entgegenzubringen ist.

Die Schaffung von räumlich zusammenhängenden „Lernweltbereichen“ für Angebotsgruppen sollte gründlich durchdacht werden. Wichtig ist vor allem, dass dem Bewegungsdrang der Teilnehmer/-innen entsprochen werden kann: Personal und Räumlichkeiten sind notwendig. Daher müssen / sollten einige Klassen- und Fachräume, die Turnhallen, der Sportplatz und das Freibad in der Zeit bis täglich 16.00 Uhr zur Verfügung stehen. Die Reinigung kann erst danach erfolgen.

Um die Kosten für die Schülerbeförderung im Anschluss an die Offene Ganztagsschule einzusparen, muss die Schule versuchen, die erste tägliche Rücktour einzusparen, die dann auf den Nachmittag gelegt werden könnte.